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Wir wollen die Verhältnisse auf den Pisten so gestalten, dass sich der langsamere Schneesportler sicherer fühlt und hoffentlich auch sicherer ist.
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IM : Diesen Winter erregt die Suva mit «Pisten-Wildschweinen» Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und die Gemüter von Seilbahnverantwortlichen. Was halten Sie persönlich von dieser Kampagne ? Edith Müller : Ich kann nachvollziehen, dass vor allem der TV-Spot kritisch beurteilt wird, möchte aber betonen, dass es einzelne Bahnbetreiber sind, die ihren Unmut teilweise an uns direkt – teilweise leider auch direkt an die Medien tragen. Seitens der Bevölkerung haben wir sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. Offensichtlich ist das eher ein Problem innerhalb der Branche als ein Problem der Öffentlichkeit.
Ist es denn nötig, diese «krassen» Bilder zu zeigen, sie entsprechen überhaupt nicht der Realität? Leider ist es eine Tatsache, dass pro Jahr rund 70 000 Unfälle passieren, gäbe es diese nicht, müssten wir keine « Wildschweine » zeigen. Sowohl mit dem TV-Spot wie mit den Plakaten wollen wir die Leute auf mögliche Gefahren im Schneesport sensibilisieren. Selbstverständlich kann man geteilter Meinung sein, wie diese Gefahr dargestellt werden soll. Wir wissen aber alle, dass das «Pistenwildschwein» für schnelles und unkontrolliertes Fahren steht, und darauf wollen wir aufmerksam machen.
Wir setzen viele Ressourcen für die Pistensicherheit ein und befürchten, dass mit solchen Bildern die Leute vom Schneesport abgehalten werden. Will die SUVA auf diesem Weg die Unfallzahlen senken? Es ist nicht unser Ziel, die Leute vom Schneesport abzuhalten, es ist aber auch nicht unser Auftrag, schöne Schneesportbilder zu zeigen. Wir müssen die Leute auf die Risiken aufmerksam machen, damit diese minimiert werden können. Dazu gehören nebst der Sensibilisierung in Form von Spots oder Plakaten auch unsere weiterführenden Massnahmen wie das persönliche Risiko-Analyse-Tool im Internet, die Einsatzmittel im Bereich der Lawinenunfallprävention und die Tempo-Events. Mit all diesen Einsatzmitteln liefern wir den Leuten die nötigen Informationen und Tipps, um den Sport möglichst sicher zu betreiben. Zudem arbeiten wir im Rahmen des Projektes «slow slope» eng mit den Seilbahnen zusammen und versuchen auch da, einen Beitrag zur Unfallprävention zu leisten.
 | | Samuli Aegerter ist diplomierter Sportmanager und Ausbildner in der Schweizer Schneesportlehrerbildung bei Swiss Snowsports sowie bei J+S. Der Schneesportlehrer mit eidg. Fachausweis ist seit 15 Jahren beruflich im Schneesport tätig und weist folgende Berufspraxis aus: Mandat UBS Snowsport Camps, Swiss Snow Demo Team, Sponsoring-Projektleiter SWISS & Swiss Snowsports, Snowboardschulleiter Schneesportschule Davos, Schneesportlehrer mit Auslanderfahrung. Samuli Aegerter verfügt über ein fundiertes Fachwissen und kennt die Schneesportbranche bestens. |
Sie sprechen die «slow slopes» an, welche Ziele werden mit dieser Gemeinschaftskampagne verfolgt? Mit den «slow slopes» wollen wir den Leuten Pisten zur Verfügung stellen, auf denen sie nicht mit schnellen Fahrern rechnen müssen. Das heisst, wir wollen die Verhältnisse auf den Pisten so gestalten, dass sich der langsamere Schneesportler sicherer fühlt und hoffentlich auch sicherer ist. Im aktuellen Winter wurden einzelne Pilotstationen eingerichtet. Diese Erfahrungen müssen wir nun seriös auswerten. Ziel ist es, gemeinsam mit dem SBS und der bfu das Projekt so auszuarbeiten, dass es schweizweit eingeführt werden kann.
Wir haben gehört, dass Sie die Kampagne ab nächstem Winter nicht mehr betreuen. Ärger? Nein, überhaupt nicht, vor allem mit den Praktikern – also den Pistenrettungsleuten – hatte ich ein sehr gutes Einvernehmen, sie waren immer sehr kooperativ. Auch die kritischen Gespräche mit den Bahnverantwortlichen habe ich grundsätzlich geschätzt, in den meisten Fällen wurden sie fair und offen geführt. Ich werde zukünftig mehr Koordinations- und Führungsaufgaben übernehmen bei der Suva. In dieser Funktion kann ich meine Erfahrung weiterhin einbringen, sofern das nötig sein wird. Für das Projekt ist es bestimmt gut, dass nach zehn Jahren die Leitung wechselt und als begeisterte Schneesportlerin werde ich dem Thema sicher sehr verbunden bleiben.
Und wer übernimmt neu die Projektleitung? Seit 1. Februar arbeitet Samuli Aegerter bei der Suva, er wird im nächsten Winter die Kampagne leiten. Er hat bereits als externer Berater für das Projekt gearbeitet und ist «ein bekanntes Gesicht» in der «Schneesportwelt».
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