Seilbahnen – Dynamik im Alpenraum
Seilbahnen Schweiz (SBS) ist der diesjährige Gastgeber der dritten internationalen Tagung der Seilbahnverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Zeichen einer engen Kooperation zwischen den drei Ländern aus dem deutschsprachigen Alpenraum stand am ersten Tag die anspruchsvolle Thematik «Energiemanagement – Seiltanz zwischen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit» im Zentrum. Eröffnet wurde der Anlass von Bertrand Piccard mit der Vorstellung seines Projektes «Solar Impulse: Eine neue Vision der nachhaltigen Entwicklung».
Georg Hechenberger, Vorstand der Bergbahn AG Kitzbühel und Christian Oberlader, Betriebsleiter/Stv der Leoganger Bergbahnen GmbH skizzierten mit der Branchenanalyse „Österreich Energiemanagement“ ihre Vorreiterrolle bei der ökologischen Verantwortung und der nachhaltigen Energienutzung. Roland Zegg, grischconsulta, stellte die Studie „Energiemanagement Bergbahnen“ von Seilbahnen Schweiz und grischconsulta vor. Diese internationale Pionierarbeit bringt konkrete Handlungsanleitungen für die Seilbahnbranche hinsichtlich der Diskussion um Energie-, Energieeffizienz- und Emissionsfragen touristischer Aktivitäten. Anlässlich der Abendveranstaltung im Casino Kursaal richtete sich Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer Wyss an die Dreiländertafelrunde und dankte für das „Engagement im Sinne einer länderübergreifenden Kooperation und im Interesse unseres gemeinsamen Alpenraums“.
Sicherheit der Pisten, Pistengütesiegel und Prävention.
Am zweiten Tag widmet sich die Tagung den Themen «Sicherheit auf den Schneesportabfahrten», «Architektur, Kultur und Wintertourismus» sowie «Nachfragetrends im Wintertourismus». Im Rahmen zweier Workshops „D-A-CH II“ und „D-A-CH III“ wurden die Fragestellungen vertieft diskutiert und aufgearbeitet.
Generalversammlungen der Verbände Deutschland, Österreich, Schweiz Am Donnerstag Vormittag führten Seilbahnen Österreich, der Verband Deutscher Seilbahnen sowie Seilbahnen Schweiz ihre internen Generalversammlungen durch. Seilbahnen Schweiz (SBS) verabschiedete den bisherigen Präsidenten Hans Höhener, alt Regierungspräsident AR, der während sechs Jahren umsichtig und souverän an der Verbandsspitze stand. Zu seinem Nachfolger wählte die Mitgliederversammlung Nationalrat Dominique de Buman, der zugleich den Schweizerischen Tourismus Verband präsidiert. Auch Peter Vollmer, ehemaliger Nationalrat, der anfangs Jahr die Direktion SBS seinem Nachfolger Ueli Stückelberger übergibt, wurde für sein zehjähriges unermüdliches, mehr als zehnjähriges erfolgreiches Wirken gewürdigt.
Piccards ambitiöse Vision Die Weltumrundung ohne Treibstoff und ohne Schadstoffausstoss, allein mit der Kraft der Sonne, wird ein neues Kapitel der Luftfahrtgeschichte schreiben und so den Einsatz erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz durch den Einsatz neuer Technologien aktiv fördern. Solar Impuls nähert sich seinem Ziel wissenschaftlich – mit der Erforschung innovativer Technologien – und philosophisch, indem es die Gesellschaft sensibilisieren und jeden Einzelnen dazu motivieren will, die Energieressourcen unseres Planeten zu schonen. Die ambitiöse Herausforderung, ein Flugzeug ausschliesslich mit Solarenergie zu starten und Tag und Nacht fliegen zu lassen, ist nur durch eine drastische Reduktion des Energieverbrauchs möglich.
Pionierarbeit im aktiven Energiemanagement Georg Hechenberger, Vorstand Bergbahn AG Kitzbühel und Christian Oberlader, Betriebsleiter/Stv der Leoganger Bergbahnen GmbH kommen in ihrer Branchenanalyse aus der Sicht Österreichs zur Überzeugung, dass ein „effizientes Energiemanagement“ bedeutet, mit weniger Energieeinsatz den gleichen Nutzen zu erzielen. Die Vermeidung von Energieverlusten und der Einsatz von energieeffizienten Technologien im laufenden Betrieb helfen, nicht nur die Kosten zu senken, sondern auch wesentliche Umwelt schonende Akzente zu setzen. Damit wollen die Österreicher eine Vordenkerrolle einnehmen und der ökologischen Verantwortung gerecht werden. Im Referat werden diverse Projekte und neue Wege – am Beispiel der Seilbahnunternehmen Kitzbühel (Tirol) und Leogang (Salzburg) – vorgestellt, die im Seilbahnbereich hinsichtlich eines intelligenten Energiemanagements eingeschlagen werden.
Die Schweizer Bergbahnen reagieren ihrerseits mit aktivem Energiemanagement auf die Veränderungen im Energiemarkt und auf die wachsenden Qualitäts- und Leistungsanforderungen der Gäste. Die Schweizer Bergbahnen benötigen jährlich mit insgesamt rund 183 GWh ähnlich viel Strom wie die Hotel- und Gastrobetriebe der Stadt Zürich. Roland Zegg, Verfasser der Studie „Energiemanagement Bergbahnen“ von Seilbahnen Schweiz, betont, dass ein Energie-Einsparungspotenzial von rund 15% bei der Seilbahnbranche realisierbar ist. Die Studie belegt wiederum, dass die Bergbahnen nur einen geringen Teil der gesamten CO2-Emissionen eines Skiurlaubs verursachen. Die Studie als internationale Pionierarbeit zeigt weiter konkrete Handlungsanleitungen für die unternehmerische Praxis auf, hilft den Verantwortlichen die Sensibilität zum Thema Energie und Energie-Image in der Seilbahnbranche zu erhöhen und versachlicht die Diskussion um Energie- und Emissionsfragen touristischer Aktivitäten.
Die Seilbahnbranche steht vor grossen Herausforderungen An einem Roundtable diskutierten - unter der Leitung von Fernsehmann Nik Hartmann - die Referenten über das aktuelle Energiemanagement im Spannungsfeld zwischen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit. Die Herren Hechenberger und Oberlader argumentierten aus der Sicht der Seilbahnbranche: „Ein Blick in die Bilanzzahlen offenbart, dass sich die Spanne zwischen Aufwendungen und Umsätzen in den vergangenen Jahren teilweise so verringert hat, dass viele Betriebe nur durch ausserordentliche Erträge gewinnbringend wirtschaften konnten. Trotz zahlreicher Massnahmen zur Kostenoptimierung ist im Bereich der Herstellungskosten, bei der Instandhaltung und im Personalbereich eine kontinuierliche Kostensteigerung zu beobachten.“ Die Bilanz lässt sich wie folgt ziehen: Im Energiebereich gibt es Optimierungspotential. Durch ein komplexes und profitables Energiemanagement können bei der Seilbahnbranche Kosten tatsächlich reduziert und vorhandene Energieressourcen noch besser genutzt werden.
Grussbotschaft von Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer Wyss Die Nationalratspräsidentin betont in ihrer Grussbotschaft, dass bei den Seilbahnunternehmen seit jeher Innovation und Unternehmertum der Schlüssel für starke Regionen und einen wettbewerbsfähigen Tourismus waren. Sie bemerkt, dass die Alpen nicht nur eine historische Kulturlandschaft im Herzen Europas und ein Lebens- und Wirtschaftsraum für rund 13 Millionen Menschen sind, sondern immer mehr auch Erholungsgebiet. „Die touristischen Bahnunternehmen als wesentlicher Teil der tragenden Infrastruktur alpiner Ferienregionen haben zu Recht alles Interesse daran, sich mit Entschlossenheit nicht nur für die Vermarktung, sondern auch für den Erhalt der einmaligen Naturschönheiten einzusetzen.“ Die Nationalratspräsidentin dankt den Vertretern der drei Länder für das Engagement im Sinne einer länderübergreifenden Kooperation und im Interesse unseres gemeinsamen Alpenraums, der uns allen sehr viel bedeutet, zu dem wir Sorge tragen wollen und der auch in Zukunft für Abertausende von Menschen Erholungsraum sein soll.
Für Rückfragen:
Seilbahnen Schweiz (SBS) Roman Weissen, Kommunikation, 0041 (0)31 359 23 14 / 079 239 41 00, roman.weissen@seilbahnen.org
Verband Deutscher Seilbahnen Birgit Priesnitz Tel. 0049 (0) 89-5791-1315, birgit.priesnitz@seilbahnen.de
Fachverband der Seilbahnen Österreichs Mag. Elke Basler Tel. 0043 (0)1/503 78 02, elke.basler@wko.at
Hintergrundinformationen zu den Kongressthemen
|